Was hat eine neue Kamera mit bilderSPRACHE zu tun? OK, eine Kamera ist ein (das) Werkzeug um Bildergeschichten zu erzählen. Ich nehm’ mal meine erste neue Kamera seit über 3 Jahren als Anlass, um über einen Kamerawechsel zu schreiben …
Kurzes Kameraspezifikaintermezzo - Meine “Neue” ist eine Nikon D800, die meine 4 Jahre alte und damals 2x so teure D3 als Primärkamera ersetzt. Beides revolutionäre Kameras, d.h. mit ihnen eröffnen sich signifikant neue Möglichkeiten der Fotografie. War es mit der D3 die bis dahin für unmöglich gehaltene Lichtempfindlichkeit, so ist es nun die potenzielle extreme Bildqualität der D800 – Dynamikumfang, Handling und Auflösung. Durch die enormen Möglichkeiten natürlich auch mit gewaltiger Komplexität und einem 446 Seiten starken Handbuch. Soweit die Spezifika …
Eine Profikamera ist wie ein Sportwagen – bedingt alltagstauglich, aber zu Höchstleistungen fähig. Daher hab ich mir zuerst mal die Kameraeinstellungen überlegt. Die sollten teilweise auch Kameratypunabhängig und damit allgemein interessant sein.
Zuerst eine Bestandsaufnahme – in welchen Situationen (Anforderungen) fotografiere ich?
A) Studio/Studioblitz
M-Modus, niedrigste ISO, statischer AF 1Sensor, eingemessener Weißabgleich,
ev. Sperren der Verschlusszeit auf 1/250s (Abblendtaste als A/S Lock programmiert),
ev. interner Blitz zum Blitzzünden (M 1/128) falls Funkauslöser vergessen/defekt
B) Aufhellblitzen (viel Kontrast, Gegenlicht)
M-Modus (ev. auch A falls sich das Licht rasch ändert), manuelle ISO, statischer AF 1Sensor,
AEL-Taste als FV-Lock (für die Aufhellblitze in TTL), eingeb. Blitz als (zur Not) Commander
ev. Limit der Serienbilder auf 3 (für PocketWizard SpeedCycler)
ev. Active D-Lighting
C) Available Light
A-Modus (Blendenvorwahl), AutoISO gegen Verwackeln (Verschlusszeit ca. 1/2xBrennweite),
statischer AF 1Sensor, eingebauter Blitz als optionaler Notfallsaufheller (TTL)
D) Bewegung/Action
S-Modus (Zeitvorwahl), AutoISO (falls die voll geöffnete Blende nicht reicht),
dyn. AF (3D)
Diese 4 Aufnahmesituationen ordne ich den 4 programmierbaren Kameraeinstellungskonfigurationen zu (inkl. Speichern des Belichtungsmodus) und verändere kaum die einzelnen Einstellungen (habe sicherheitshalber immer eine Kopie der Originaleinstellungen auf der Speicherkarte zum Laden). Ich wechsle immer die Einstellungskonfiguration und nicht einzelne Einstellungen, damit kann ich auch in der Hektik einigermaßen einen Überblick behalten.
Meine sonstigen Einstellungen (halt ziemlich Nikon/D800 spezifisch):
- RAW höchster Qualität (14-Bit, verlustfrei komprimiert) + ev. parallele WiFi JPG-Übertragung aufs iPad zur Bildkontrolle (SD-Karte=EyeFi – Basic/S JPG, CF-Karte=RAW)
- immer Matrixbelichtungsmessung, aber oberen Frontseitenknopf (eigentlich Abblendtaste, die ist mit LiveView aber überflüssig) umprogrammiert auf Spotmessung (bei schwierigem Licht) und zusätzlich auch zur Auswahl der alten (non-CPU) Objektive
- autom. Weißabgleich, Portrait-Preset, autom Objektivkorr. und sRGB (ist alles bei RAW egal, aber für die WiFi JPGs netter)
- leiser AF-Bestätigungspieps (hilft mir, den Fokus auch wirklich vorm Auslösen einrasten zu lassen)
- Gittereinstellscheibe aktiviert und unterer Frontseitenknopf (Funktionstaste) = künstlicher Horizont (ich nehme jegliche Hilfe an, die Kamera gut auszurichten)
- AE-L Taste programmiert als AE-Lock ein/ausschalten (damit ich die Taste nicht gedrückt halten muss)
OK, ein sehr trocken-technischer Beitrag. Ich hoffe es ist aber auch etwas Interessantes für Euch dabei gewesen.
P.S.: Durch das Lesen des Handbuches der neuen Kamera hab ich übrigens auch einiges Neues über meine alte gelernt …