Hervorragende Bilder sind anSPRECHEND

Fotografie bedeutet nach meiner Meinung nicht bloß das Festhalten einer Erinnerung oder Optik-, Chemie-, bzw. Elektronikkenntnisse, sondern auch das bewusste Gestalten einer Kommunikation mit Bildern. Ich (Andi Kunar) will hier damit eine Plattform für die Beschäftigung mit dieser bilderSPRACHE schaffen.

Zarte, helle aber klare Sprache

von Andi am 5.5.12 11:20

Ich mag die Stimmung von viel Licht, aber ohne davon erschlagen/verbrannt zu werden. Die Stimmung von Morgensonne am Meer oder einen strahlenden späten Sommernachmittag, halt auch im Studio. Die Klarheit/Helligkeit, dabei ohne knallharte Schatten (nicht wie die Mittagssonne), aber auch ohne die alleszudeckende Weichheit eines trüben, stark bewölkten Tages.

Um so ein Hauptlicht künstlich/kontrolliert zu erzeugen ist eine große, silbern-indirekte, eher runde Lichtquelle – z.B. die Elinchrom Rotalux Indirect 150mein Favorit. Natürlich wäre ein großer, parabolischer Silberschirm sehr ähnlich – halt mit 1,2m oder mehr und unbedingt der Lichtquelle GENAU auf der Schirmachse, z.B. ein Ringblitz – ein normaler Blitzkopf wäre zu weit aus der Mittenachse draußen. Allerdings dann ohne die optionale Diffusormöglichkeit und Stabilität der Rotalux. Hier ein out-of-box (unbearbeitetes) Beispiel …

Combo2 1

Im linken Bild sehn wir die Ausleuchtung sehr klar/knackig. Mit definiertem (dunklen) aber doch weichkantigem Schatten (Haare/Nase) und betonten hellen Stellen (Gesicht, T-Shirt). Dabei perfekte feine Strukturdetails am T-Shirt (in 800x1200 sehr eindeutig als Feinrippmaterial erkennbar). Aber ohne unvorteilhafter Hautdarstellung - keine kleinen punktförmigen hellen Stellen. Eben mein Lieblingslicht - eine sehr große, aber gerichtete Lichtquelle.

Im rechten Bild wird die Sprache bewusst zarter. Die Schatten und hellen Stellen sind weniger deutlich. Speziell die Schatten sind damit weniger dunkel und die Schattenübergänge noch weicher. Gleichzeitig werden damit natürlich auch die Stoffstrukturen abgemindert (der Feinripp ist kaum erkennbar), aber die Haut natürlich auch noch zarter. Wie? Durch einen Stoffdiffusor vorne auf der Rotalux (inkludiertes Zubehör). Eben eine sehr große und diffuse Lichtquelle.

Noch zur Mechanik der Rotalux indirect 150 – ich kann dort den Blitzkopf wie in einer normalen Octabox montieren. Oder eben indirekt, sodass er in die Octa hineinleuchtet (mag ich lieber). Bin mit der Schirmaufspannmechanik extrem zufrieden, die Octa ist extrem schnell/einfach zerlegt/aufgebaut und kommt in einer super Transporthülle. Mein einziger Kritikpunkt ist die Stativaufhängung bzw. der Neiger– aus “billigem Plastik” und vorsichtig zu behandeln (“kriecht” wenn sie nicht festgezogen ist, und ich hab schon einen Feststellhebel abgebrochen – werde den ev. durch einen Metallenen ersetzen).

OK, im Bild oben ist die Rotalux natürlich nicht die einzige Lichtquelle. Ich hab noch ein Akzentstreiflicht (eine Beauty-Dish mit Wabe, oben) sowie ein Hintergrundlicht (Striplight). Um Model Daria besser vom Hintergrund abzuheben (siehe Schattenbildung auf den Armen) steht sie zwischen 2 Abschattern. Hier das Lichtsetup in meinem Studo ..

Combo 1

Vielen Dank an Model und Visagistin Daria. Sie ist als Model und Visa extrem vielseitig und kann für mich die verschiedenen Lichtcharakteristika optimal darstellen – von ganz, ganz zart bis aber auch sehr hart. Ich werde die Serie über Lichtstimmungen (der erste Beitrag war ja hier) mit ihr fortsetzen - mehr folgt!!

P.S.: Das Ganze war mein erstes eigenes Shooting mit der D800. Soweit SEHR zufrieden. Die AF-Empfindlichkeit, der Dynamikumfang und die Auflösung sind wirklich ein Riesensprung zur D3/D700 Generation. Ein kleines weiteres AHA: Die D800 verspricht, über die Belichtungsmessung Gesichter zu erkennen und damit automatisch den richtigen AF-Sensor zu wählen. Warum bringt das etwas – ich kann mich bewegen, auch dem Model in ihrer Bewegung perfekt folgen und sofort auslösen. Funktioniert bei frontalen Teilkörperportaits wie oben rechts sehr gut (auch bei Blende 4). Bei Portraits wie oben links wird die Fehlerrate dann sehr hoch und ich muss den Fokussensor besser selber wählen.

Tagebuch “neue Kamera”: Tag 3 – wozu überhaupt?

von Andi am 26.4.12 23:55

Ich mag gerne Neues, eine neue (bessere) Kamera, einen neuen (besseren) PC,… – aber dabei ist es nicht das Neue, sondern eher die Suche nach dem Besseren/Perfektion. Wie geh ich damit mit einer neuen Kamera um?

1) ignoriere zunächst die Tipps – “geh damit fotografieren”. Wenn ich die neue Kamera wie die alte bediene, nutze ich deren Vorteile nicht aus. Ist so wie wenn ich mein neues 7-Gang Auto immer mit den gewohnten 5 Gängen fahre. Ein Lesen der Bedienungsanleitung, und – weil es ein komplexes Gerät ist – eine gründliche Programmierung/Voreinstellung ist notwendig.

2) OK Handbuch (zumindest überblicksweise) gelesen – welche neuen Möglichkeiten tun sich auf? WLAN Datenübertragung, Objektivkompatibilität/-leistungstest, Video,… – zunächst mal priorisieren, was ist Ablenkung und was ist FÜR MICH aktuell wichtig. Hier grob experimentieren, um im für mich Wichtigen basis-fit zu sein (Video ist für mich mal auf später verschoben – ist mir mit dem nötigen Drumherum doch zu aufwändig).

3) DANN fotografieren (aber nix Geschäftskritisches) – mit meiner alten Kamera konnte ich das eh einigermaßen, und jetzt weiß ich, was ich mit der neuen erreichen will/könnte und kann mich da gezielt entwickeln.

OK, damit lass ich das Tagebuch mal sein und geh ab morgen fotografieren Smiley

P.S.: einige D800 Erfahrungsdetails der letzten 3 Tage:

  • Speicherplatz – die RAWs sind nun 3x so groß – für mich komprimierte 30-55 MByte pro Bild. Speicherkarten hab ich genug. OK, meinen 7TB Server werde ich demnächst mit einem mit 12TB (erweiterbar auf mind. 24TB) austauschen müssen (halt sobald die Festplatten billiger werden).
  • Rechnerleistung – abgesehen von Photoshop Öffnen/Speichern merke ich beim Arbeiten im Lightroom eigentlich keinen Unterschied
  • D800 Bedienung – bin sehr positiv überrascht – total klar/einfach. Eine störende Kleinigkeit – ich kann in meinen definierten Shootingsituationen zwar alles Mögliche speichern (nun auch neben den Tastenbelegungen,… den Kameramodus, Blendenvorgabe,…), bloß nicht die AF-Einstellungen (irgendwer bei Nikon hat da übersehen/entschieden, dass die AF-Details nun kein Schalter mehr sind, aber es trotzdem nicht mitspeichert)
  • D800 AF – Mit Blende 4/5.6 Objektiven hatte ich im Studio ohne Einstellicht mit der D3/D700 leichte Fokusprobleme. Mit der D800 klappts einwandfrei. Ja, ich könnte die Raumbeleuchtung heller machen (direkt oder Einstellicht), aber ich mag bei Portraits möglichst offene Pupillen und gleichzeitig die Bequemlichkeit der leichteren f4 Objektive.
  • D800 Bildqualität – bin von der Klarheit/Reinheit der Bilder sehr positiv überrascht. Selbst wenn ich bei z.B. brutalen Mittagssonnenportraits die Schattenpartien intensiv aufhellen muss habe ich vs. der D3/D700 unerwartet mehr Details und keinerlei Rauschen.
  • 36Mpixel Shootingdisziplin – sicherheitshalber eine etwas kürzere Verschlusszeit als gewohnt (werde mal mit 1/200s für 85mm statt meiner bisherigen 1/160s beginnen) und Abblenden bis max. Blende 9 (ab 13 wirds Diffraktionsunscharf)
  • Objektive – das 24-120/4VR sowie 70-300/4.5-5.6VR sehen an der D800 sehr gut aus (meine Studiobequemlichkeitsobjektive), 85/1.4D und die alten/lieblings-AIS (50/1.2, 105/2.5) muss ich mir noch genauer ansehen. Ev. muss ich mein 85/1.4D mit dem neuen 85/1.8G ergänzen (ist preiswert und an der D800 extrem gut).

Tagebuch “neue Kamera”: Tag 2 - Kamera+WiFi

von Andi am 25.4.12 11:31

Eine 36 Megapixel Kamera und eine Displayauflösung wie ein 90er Jahre PC - wie soll ich mit 120x weniger Auflösung vernünftig die Bildqualität besprechen?  So gehts mit der D800+EyeFi+iPad …

Die Lösung im Überblick – die D800 Kamera überträgt per EyeFi-Karte über WLAN die Bilder automatisch auf ein iPad in die Applikation ShutterSnitch. Dort wird angesehen, besprochen und ggf. gleich mit Bemerkungen versehen, was mit den Bildern zu tun ist. Funktioniert bei mir ziemlich OK - auf ca. 5m recht zuverlässig und ohne Kabelfallstricke / Bewegungseinschränkung / Störungen.

Man/Frau nehme im Detail:

  • Nikon D800 (oder andere EyeFi kompatible Kamera, idealerweise mit 2 Speicherkartenschächten), eingestellt auf RAW+JPG (es reicht da die kleinste einstellbare JPG Qualität). JPG auf der EyeFi speichern, RAW auf einer großen/schnellen (CF) Karte.
    Die D800 hat eine Menüeinstellung um das Funkübertragen EyeFi Daten ein/auszuschalten und zeigt am Info-Display den Status der EyeFi an (ob alles OK ist, sie gerade sendet oder ob es Sendeprobleme gibt).
  • EyeFi Pro X2 8GB (oder entsprechende SanDisk EyeFi – SanDisk verkauft für EyeFi in Europa)
    - nur das “Pro X2” Model erlaubt optional die AdHoc Verbindung zwischen Kamera+Speicherkarte direkt mit dem iPad… ohne bestehendes WLAN, z.B. unterwegs/onLocation (technisch: ohne Access-Point/WLAN-Router). Die “normalen” EyeFi brauchen ein bestehendes WLAN (d.h. eher nur im Studio mit WLAN-Infrastruktur).
    - EyeFi-Karte muss zur WLAN,… Konfiguration (EyeFi Center) am PC/Mac eingesteckt werden, zeitweise sind auch Softwareupdates nötig!
    - EyeFi kann nebenbei (per WLAN Hotspot Identifikation) auch ein Geo-Tagging der Bilder durchführen
    - EyeFi kann ggf. auch die JPGs - über ein öffentliches Hotspot-Abo oder per bestehendem WLAN – automatisch ins Internet hochladen (auf privaten FTP oder social Media,…)
  • iPad mit der ShutterSnitch Applikation – damit werden die Bilder automatisch nach dem Fotografieren auf das iPad übertragen, dort kontrolliert/besprochen/markiert und können auch dort mit Kommentaren (z.B. nötige weitere Arbeitsschritte) versehen werden

Mehr Details, allerdings schon leicht veraltet – gibt’s in Englisch bei Rob Galbraith hier erklärt.

Gotchas/Hoppalas mit der EyeFi:

  • Die EyeFi Pro X2 ist eine SEHR langsame Karte und bremst die Kamera unangenehm ein. Beim Einschalten/Menüeinstellen/… der Kamera gibts damit mal eine ungewohnte/unangenehme/ÄRGERLICHE 2s Verzögerung – VORSICHT!
  • Das Speichern auf der EyeFi dauert – deswegen kleinstmögliche JPGs, keine RAW-Daten oder Filme!
  • Das Datenübertragen dauert manchmal … (Bilderserien gehen dann aber sehr schnell)
  • Die Softwarequalität der EyeFi ist für mich ziemlich amateurhaft, z.B. beim Einstecken in den Mac zum Rekonfigurieren gehts einfach zeitweise nicht, manchmal gibts beim Kartenformatieren (alle Bilder löschen) in der D800 einen Fehler - dann halt nochmals.

Resümee – das ganze geht ziemlich gut, wenns geht Zwinkerndes Smiley (erinnert sehr an die TTL PocketWizards). Vor Kunden bzw. unter Zeitdruck würde ich keine Kartenrekonfiguration oder Kartenformatieren machen, und in unbekannten Locations mal vorher die Funkverbindung ausprobieren (2 Testaufnahmen in 1 Minute Abstand). Und wenn die EyeFi/Funkübertragung nicht gebraucht wird – EyeFi RAUS AUS DER KAMERA! Es macht sie sinnlos langsam – OK, ich bin von den Profinikons verwöhnt, Mittelformatkamerabenutzer würdens wahrscheinlich nicht merken …

P.S.: Plan B – wem die Eye-Fi zu mühsam/lästig ist, aber wie ich auch keine Kabel will – mit einer normalen SD-Karte (drauf die JPGs gespeichert) und dem iPad Camera Connection Kit geht’s auch. Halt mit dauerndem SD-Kartenwechsel und ins iPad importieren.

Tagebuch “neue Kamera”: Tag 1 - Einstellungen

von Andi am 24.4.12 12:20

Was hat eine neue Kamera mit bilderSPRACHE zu tun? OK, eine Kamera ist ein (das) Werkzeug um Bildergeschichten zu erzählen. Ich nehm’ mal meine erste neue Kamera seit über 3 Jahren als Anlass, um über einen Kamerawechsel zu schreiben …

Kurzes Kameraspezifikaintermezzo - Meine “Neue” ist eine Nikon D800, die meine 4 Jahre alte und damals 2x so teure D3 als Primärkamera ersetzt. Beides revolutionäre Kameras, d.h. mit ihnen eröffnen sich signifikant neue Möglichkeiten der Fotografie. War es mit der D3 die bis dahin für unmöglich gehaltene Lichtempfindlichkeit, so ist es nun die potenzielle extreme Bildqualität der D800 – Dynamikumfang, Handling und Auflösung. Durch die enormen Möglichkeiten natürlich auch mit gewaltiger Komplexität und einem 446 Seiten starken Handbuch. Soweit die Spezifika …

Eine Profikamera ist wie ein Sportwagen – bedingt alltagstauglich, aber zu Höchstleistungen fähig. Daher hab ich mir zuerst mal die Kameraeinstellungen überlegt. Die sollten teilweise auch Kameratypunabhängig und damit allgemein interessant sein.

Zuerst eine Bestandsaufnahme – in welchen Situationen (Anforderungen) fotografiere ich?
A) Studio/Studioblitz
    M-Modus, niedrigste ISO, statischer AF 1Sensor, eingemessener Weißabgleich,
    ev. Sperren der Verschlusszeit auf 1/250s (Abblendtaste als A/S Lock programmiert),
    ev. interner Blitz zum Blitzzünden (M 1/128) falls Funkauslöser vergessen/defekt
B) Aufhellblitzen (viel Kontrast, Gegenlicht)
    M-Modus (ev. auch A falls sich das Licht rasch ändert), manuelle ISO, statischer AF 1Sensor,
    AEL-Taste als FV-Lock (für die Aufhellblitze in TTL), eingeb. Blitz als (zur Not) Commander
    ev. Limit der Serienbilder auf 3 (für PocketWizard SpeedCycler)
    ev. Active D-Lighting
C) Available Light
    A-Modus (Blendenvorwahl), AutoISO gegen Verwackeln (Verschlusszeit ca. 1/2xBrennweite),
    statischer AF 1Sensor, eingebauter Blitz als optionaler Notfallsaufheller (TTL)
D) Bewegung/Action
    S-Modus (Zeitvorwahl), AutoISO (falls die voll geöffnete Blende nicht reicht),
    dyn. AF (3D)

Diese 4 Aufnahmesituationen ordne ich den 4 programmierbaren Kameraeinstellungskonfigurationen zu (inkl. Speichern des Belichtungsmodus) und verändere kaum die einzelnen Einstellungen (habe sicherheitshalber immer eine Kopie der Originaleinstellungen auf der Speicherkarte zum Laden). Ich wechsle immer die Einstellungskonfiguration und nicht einzelne Einstellungen, damit kann ich auch in der Hektik einigermaßen einen Überblick behalten.

Meine sonstigen Einstellungen (halt ziemlich Nikon/D800 spezifisch):
- RAW höchster Qualität (14-Bit, verlustfrei komprimiert) + ev. parallele WiFi JPG-Übertragung aufs iPad zur Bildkontrolle (SD-Karte=EyeFi – Basic/S JPG, CF-Karte=RAW)
- immer Matrixbelichtungsmessung, aber oberen Frontseitenknopf (eigentlich Abblendtaste, die ist mit LiveView aber überflüssig) umprogrammiert auf Spotmessung (bei schwierigem Licht) und zusätzlich auch zur Auswahl der alten (non-CPU) Objektive
- autom. Weißabgleich, Portrait-Preset, autom Objektivkorr. und sRGB (ist alles bei RAW egal, aber für die WiFi JPGs netter)
- leiser AF-Bestätigungspieps (hilft mir, den Fokus auch wirklich vorm Auslösen einrasten zu lassen)
- Gittereinstellscheibe aktiviert und unterer Frontseitenknopf (Funktionstaste) = künstlicher Horizont (ich nehme jegliche Hilfe an, die Kamera gut auszurichten)
- AE-L Taste programmiert als AE-Lock ein/ausschalten (damit ich die Taste nicht gedrückt halten muss)

OK, ein sehr trocken-technischer Beitrag. Ich hoffe es ist aber auch etwas Interessantes für Euch dabei gewesen.

P.S.: Durch das Lesen des Handbuches der neuen Kamera hab ich übrigens auch einiges Neues über meine alte gelernt …

Blitz 1x1 – Position, Zoomeinstellung

von Andi am 30.3.12 18:06

Das ewige Kamerablitzdilemma – zu viel Blitzlicht vorne, kaum / zu wenig dort wo es sein soll. Muss nicht sein!

Einfach den Systemblitz nicht auf die Kamera sondern abseits und richtig positionieren. Unser Problem dabei: Das Licht nimmt mit dem Quadrat der Entfernung ab – d.h. 2x so weit weg heißt 1/4 Helligkeit. Das bedeutet - für die weiter entfernten Subjekte gibt’s ev. keine ausreichende Blitzausleuchtung. Oft selbst dann nicht, wenn ich den Blitz näher/besser beim Subjekt positioniere, er aber nicht im Bild sein darf.

ABER: Das Abnehmen mit dem Quadrat der Entfernung stimmt nur, wenn das Licht nicht fokussiert wird (eben per Zoomreflektor am Blitz). Durch Zoomen erhöhe ich die verfügbare Blitzleistung (d.h. das Licht breitet durchs Bündeln weniger flächig aus). Wie viel bringt das???

DSC_4731-Bearbeitet

Ein Beispiel – gegen die Sonne aufhellen am Strand. f.4 (reicht mir für die Schärfentiefe), 1/2000s (ich will das Wasser/Bewegung einfrieren), ISO 400 (damit es hier korrekt belichtet wurde). Blitz(e) links von mir außerhalb des Bildes, ca. 5m vom Model entfernt. Welche Blitzreichweite habe ich bei welcher Zoomreflektorstellung am Blitz (Nikon SB900/910)?
  Blitzzoom 17mm – d.h. 11m Breite Ausleuchtung auf 5m – max. 2,5m Blitzreichweite (bei Volleistung)
      28mm – d.h. 7m Breite Ausleuchtung auf 5m –  max. 3,4m Blitzreichweite
      50 mm – d.h. 4m Breite Ausleuchtung auf 5m – max. 4,7m Blitzreichweite
    105mm – d.h. 2,5m Breite Ausleuchtung auf 5m –  max. 5,8m Blitzreichweite 
    200mm – d.h. 1,5m Breite Ausleuchtung auf 5m –  max. 6,3m Blitzreichweite

D.h. durchs Zoomen auf 200mm könnte ich vs. “normal” (d.h. 28mm) meine Reichweite verdoppeln oder ca. die 4-fache (virtuelle) Blitzleistung erbringen. Damit bleiben mir auf die ca. 5m Entfernung eine Breite von ca. 1,5m für die Ausleuchtung, d.h. ich muss mein Model im richtigen Moment erwischen, dafür ist sie dann korrekt ausgeleuchtet. Wenn ich 2 Blitze verwende und auf 105 zoome habe ich dann genug Reserven für mindestens 2 Serienbilder und auch etwas mehr Breite.

Zusammengefasst:
* ich überlege mir Blitz+Subjektposition und wie breit ich ausleuchten muss. Dementsprechend die Zoom-Einstellung am Blitz.

Winkel

* Über die entsprechende Dauerlicht-Belichtung der Kamera (Blende, Verschlusszeit, ISO) erhalte ich am Blitzgerät die Informationen angezeigt, auf welchem Entfernungsbereich eine Ausleuchtung möglich ist. D.h. brauche ich ev. mehrere Blitze oder kann ich – weil der/die Blitz(e) mit weniger als 1/2 Energie arbeitet/arbeiten – ev. sogar auch Serienbilder machen.

Inhalte bzw. Bildmaterial © Andi Kunar bzw. © Werner Mokesch